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Pflegewissen

Wie beugt man einem Dekubitus vor?

Kurz gesagt

Ein Dekubitus – umgangssprachlich Wundliegen – entsteht, wenn Haut und Gewebe zu lange unter Druck stehen und nicht mehr durchblutet werden. Die wirksamste Vorbeugung ist Bewegung: regelmäßiger Positionswechsel, druckentlastende Unterlagen, tägliche Hautkontrolle und ausreichend Flüssigkeit und Eiweiß.

Grundlagen

Wie ein Dekubitus entsteht

Entscheidend sind zwei Größen: Druck und Zeit. Hoher Druck über kurze Zeit ist ebenso gefährlich wie niedriger Druck über viele Stunden. Wird das Gewebe nicht durchblutet, sterben Zellen ab – zuerst unsichtbar in der Tiefe, erst später an der Oberfläche.

Dazu kommen Scherkräfte: Wenn jemand im Bett nach unten rutscht, verschieben sich Hautschichten gegeneinander. Das schädigt Gefäße oft stärker als reiner Druck. Deshalb gilt: Menschen im Bett anheben, nicht ziehen.

Gesunde Menschen wechseln im Schlaf unbewusst dutzendfach die Position. Wer das nicht mehr kann – wegen Lähmung, Sedierung oder Schwäche – verliert genau diesen Schutz.

Risikostellen

Wo es am häufigsten passiert

Gefährdet sind Stellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen:

PositionGefährdete Stellen
RückenlageSteißbein, Fersen, Schulterblätter, Hinterkopf, Ellenbogen
SeitenlageGroßer Rollhügel der Hüfte, Knieaußenseite, Knöchel, Ohrmuschel
SitzenSitzbeinhöcker, Steißbein, Fersen
BauchlageKnie, Zehen, Beckenkamm, Rippenbogen

Rückenlage

Gefährdete Stellen

Steißbein, Fersen, Schulterblätter, Hinterkopf, Ellenbogen

Nicht vergessen: Auch Katheterschläuche, Sauerstoffbrillen, Falten im Laken oder ein Hörgerät können punktuellen Druck erzeugen.

Was hilft

Die fünf wirksamen Maßnahmen

Bewegung fördernJede Eigenbewegung zählt mehr als jede Unterlage. Zum Aufsetzen motivieren, Mikrobewegungen anregen, Mobilisation in den Alltag einbauen.
PositionswechselRegelmäßig und nach individuellem Plan – als Orientierung alle zwei bis drei Stunden, bei hohem Risiko häufiger. Nachts ebenso wie tagsüber.
Druck verteilenWeichlagerungsmatratze, Wechseldruckmatratze oder Sitzkissen je nach Risiko. Fersen frei lagern statt nur weich betten.
Haut pflegen und prüfenTäglich die gefährdeten Stellen ansehen. Haut trocken und geschmeidig halten, Feuchtigkeit durch Inkontinenz konsequent vermeiden.
Ernährung sichernEiweiß und Flüssigkeit sind Baumaterial für Gewebe. Mangelernährung ist einer der stärksten Risikofaktoren überhaupt.
Scherkräfte vermeidenBeim Umlagern anheben statt ziehen, Kopfteil nicht dauerhaft steil stellen, Laken faltenfrei halten.
Frühzeichen

Der Fingertest – in zehn Sekunden erklärt

Eine gerötete Hautstelle muss man einordnen können. Der Test dafür ist einfach:

Drücken Sie mit dem Finger auf die Rötung. Wird die Stelle unter dem Druck weiß und rötet sich danach wieder – dann ist die Durchblutung intakt, es ist vorerst Entwarnung. Bleibt die Rötung bestehen, ist das bereits ein Dekubitus im Anfangsstadium.

Eine nicht wegdrückbare Rötung ist keine Vorstufe, sondern schon ein Dekubitus Kategorie I. Ab hier gehört die Stelle vollständig druckfrei – und die Situation in fachliche Hände.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

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040 3060 3282Büro Mo, Mi, Fr 9–15 Uhr

Bei sehr hohem Druck und geschwächtem Gewebe können erste Schäden innerhalb weniger Stunden entstehen. Deshalb ist eine lange Operation oder eine durchliegende Nacht ohne Positionswechsel bereits ein Risiko – nicht erst wochenlange Bettlägerigkeit.

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