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Pflegewissen

Was ist Kontrakturen­prophylaxe?

Kurz gesagt

Kontrakturenprophylaxe bedeutet, Gelenke beweglich zu halten, damit sie nicht versteifen. Wer lange liegt oder ein Gelenk kaum benutzt, riskiert eine dauerhafte Fehlstellung – oft schon nach wenigen Wochen. Vorbeugen heißt: regelmäßig bewegen, richtig lagern, Schmerzen ernst nehmen. Ist eine Kontraktur einmal entstanden, lässt sie sich kaum noch rückgängig machen.

Grundlagen

Was eine Kontraktur ist

Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen oder Bändern. Das betroffene Gelenk lässt sich nicht mehr vollständig strecken oder beugen und verharrt in einer Zwangsstellung.

Der Ablauf ist immer derselbe: Ein Gelenk wird nicht mehr bewegt – wegen Schmerzen, Lähmung, Bettlägerigkeit oder schlicht aus Gewohnheit. Das Gewebe verkürzt sich, Bewegung wird schwerer, dadurch wird noch weniger bewegt. Ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt.

ArtBetroffenes GelenkTypische Folge
BeugekontrakturKnie, Hüfte, Ellenbogen, FingerGelenk lässt sich nicht mehr strecken
StreckkontrakturKnie, EllenbogenGelenk lässt sich nicht mehr beugen
SpitzfußSprunggelenkFuß steht dauerhaft in Streckung, Gehen wird unmöglich
AdduktionskontrakturHüfte, SchulterBein oder Arm lässt sich nicht abspreizen

BeugekontrakturGelenk lässt sich nicht mehr strecken

Betroffenes Gelenk

Knie, Hüfte, Ellenbogen, Finger

Typische Folge

Gelenk lässt sich nicht mehr strecken

Ein Spitzfuß kann sich bei durchgehender Bettlägerigkeit innerhalb weniger Wochen entwickeln – oft allein durch das Gewicht der Bettdecke auf den Zehen.

Risikofaktoren

Wer besonders gefährdet ist

BettlägerigkeitWer den Großteil des Tages liegt, bewegt Gelenke kaum noch durch den vollen Bewegungsumfang. Das größte Einzelrisiko.
Nach SchlaganfallGelähmte Gliedmaßen werden nicht mehr aktiv bewegt. Die typische Beugehaltung des Arms entsteht oft schon in den ersten Wochen.
SchmerzenEin schmerzendes Gelenk wird geschont – und genau dadurch steif. Schmerztherapie ist deshalb auch Kontrakturenprophylaxe.
DemenzBewegungsimpulse gehen verloren, Aufforderungen werden nicht mehr umgesetzt. Bewegung muss angeleitet und begleitet werden.
Gips und SchienenRuhiggestellte Gelenke versteifen schnell. Die Nachbargelenke sollten währenddessen umso konsequenter bewegt werden.
Kontrakturen anderswoWer bereits eine Kontraktur hat, bewegt sich insgesamt weniger – das Risiko für weitere steigt deutlich.
Maßnahmen

Was wirklich hilft

Die wirksamste Prophylaxe ist die einfachste: Bewegung, jeden Tag, durch den vollen Bewegungsumfang. Alles andere ist Ergänzung.

Übungen gegen Widerstand oder ruckartiges Dehnen können schaden. Lassen Sie sich das Vorgehen einmal von einer Fachkraft oder in der Physiotherapie zeigen, bevor Sie es allein anwenden.

Frühzeichen

Woran Sie eine beginnende Kontraktur erkennen

Wenn Ihnen so etwas auffällt: früh ansprechen. Je eher gegengesteuert wird, desto besser die Aussicht. Wir dokumentieren den Bewegungsumfang bei unseren Kunden regelmäßig und informieren Ärztin oder Arzt, sobald sich etwas verschlechtert.

Häufige Fragen

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Schneller, als die meisten denken. Bei vollständiger Ruhigstellung können erste Veränderungen innerhalb weniger Wochen auftreten, ein Spitzfuß mitunter noch früher. Deshalb beginnt Prophylaxe nicht irgendwann, sondern am ersten Tag der Bettlägerigkeit.

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